| Blátta, f., lat. blatta ein stinkendes Insekt, eine
Schabe (bei Plinius); Gen. der Bláttidae, Schaben, Kakerlaken. Spec.: B. orientális, Brot- oder Küchenschabe. blattarius,-a,-um, lat., zur Schabe gehörig; Spec.: Gragarina blattarum (im Darm von Küchenschaben vorkommend).Spec.: B. germanica, Deutsche Schabe. |
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Blattélla, f., Dim. von Blátta, s.d.; Gen. der Pseudomópidae, Ordo Blattoidea, Schaben. |
| Nyctíbora, f., gr. he nyx, nyktós, die Nacht, ho borós Fresser, also: Nachtfresser; Gen. der Nyctibóridae, Ordo Blattoidea, Schaben. Spec.: N. seícea, Ägyptischer Weissrand (Kakerlak). |
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Periplanéta, f., gr. periplanásthai umherschweifen,
peri- |
| Phyllodrómia, f., gr. ho dromeus der Läufer; Gen. der Bláttidae, Schaben. Spec.: Ph. (= Blatella) germanica, Deutsche Schabe. |
| Pseudomops, f., gr. he ópsis das Auge; Gen. der Nyctibóridae, Ordo Blattodea, Schaben. Spec.: P. oblongata, Schwarzmond-Schabe (nach einem dunklen, mondförmigen Fleck auf dem Bruststück), Amerikanische längliche Schabe. |
| Pycnóscelus, m., gr. pyknós dick, to skélos der Schenkel, das Bein, also: Dickbein; Gen. der Blasbéridae. |
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Die Ordnung der Blattoptera (Blattodea, Schaben) gehören zu den ältesten und primitivsten Insektenordnungen der geflügelten Insekten (Pterygota). Sie waren bereits im Oberen Karbon (vor 250-350 Mio Jahren) in grosser Artenfülle weit verbereitet und zeigten schon damals alle charakteristischen Merkmale der Ordnung. Vermutlich haben sie sich aus den im Unteren Karbon lebenden Protoptera, wahrscheinlich über die Protoblattoidea, entwickelt. Die ungewöhnlich zahlreichen Funde von sehr vielen und mannigfaltigen Arten aus dem Paläozoikum lassen uns vermuten, dass die Blattoptera bereits am Ausgang des Karbons und im Perm ihren Entwicklungshöhepunkt erreichten und seitdem im Rückgang begriffen sind. Bei keiner anderen Insektenordnung kann der Werdegang auch nur annähernd so gut durch Beweisstücke belegt werden. Trotzdem bleiben auch hier Lücken, denn von den äteren Fossilien sind es fast nur die Flügel, die Aussagen ermöglichen. Erst aus dem Tertiär liegen in den Bernsteineinschlüssen vollständige Tiere vor. Diese beweisen, dass alle damaligen Formen zu den noch heute bestehenden Familien und zum Teil sogar Gattungen zu zählen sind. (Seitenanfang) |
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Gegenwärtig kennen wir ca. 3.800 Schabenarten, überwiegend
Bodentiere, die grösstenteils in den waldreichen, tropischen Zonen
der Erde beheimatet sind. Das weitaus artenreichste Gebiet ist Südamerika,
in dem auch mehrere endemische (=nur in diesem Gebiet verbreitete) Gruppen vorkommen.
Schon in den trockenen
subtropischen Gebieten geht die Artenvielfalt stark zurück, und die
gemässigten und nördlichen Zonen sind ausgesprochen arm an Schaben.
Beispielsweise gibt es in Mitteleuropa nur zehn freilebende Arten. Hierzu
kommen allerdings noch einige weltweit verbreitete Arten, die sich dem
Leben in menschlichen Wohnungen angepasst haben und so auch in Gebiete
vorgedrungen sind, in denen sie freilebend schon im ersten Winter zugrunde
gehen würden (z.B. Blatta orientalis, Periplaneta, Blattella
und Supella). An diesen Vertretern wurden viele Untersuchungen
und Beobachtungen über allgemeine biologische Fragen vorgenommen,
so dass sich ein grosser Teil unseres heutigen Wissens über Schaben
auf diese Arten stützt. Man bezeichnet diese beiden Arten (Küchenschabe, Blatta orientalis) und die Amerikanische Gross-Schabe (Periplaneta americana) auch als Hausschaben. Bei Massenauftreten können die H. lästig werden. Schaben fühlen sich überall dort wohl, wo die Wohnraumtemperaturen auch in der kältesten Jahreszeit eine Mindest-Temp. nicht unterschreiten. Diese beiden grossen synanthropen Schabenarten lassen sich als Imagines auf den ersten Blick auseinanderhalten. Während nämlich bei der rot-braunen, etwa 23 bis 32 mm langen Amerikanischen Grossschabe die Flügel stets den Hinterleib etwas überragen, bedecken die Flügel der kastanien- bis schwarzbraunen Küchenschabe (Blatta orientalis), die etwa 19 bis 25 mm gross wird, im männlichen Geschlecht nur zwei Drittel des Hinterleibes, und die Weibchen besitzen nur kleine, lappenförmige Flügelreste. Die Amerikanische Grossschabe wird immer wieder mit Schiffen und anderen Transporten aus den Tropen und Subtropen neu zu uns eingeführt, so dass sie besonders in den Hafenstädten, aber auch allen anderen grossen Städten ständig gefunden werden kann. Wir treffen sie bevorzugt in grossen Lagerhallen, Speichern, Treibhäusern, Bäckereien und anderen wärmeregulierten Räumen, in denen diese Allesfresser irgendeine Nahrung vorfinden. Da sie aber auch junge, lebende Pflanzengewebe als Nahrung aufnehmen, werden die Tiere in Gewächshäusern durch Benagen wertvoller Pflanzen hin und wieder schädlich. Familie Blattellidae Eine ebenfalls in menschlichen Lebensstätten auftretende Art, die in Mitteleuropa noch überall vorkommt, ist die weltweit verbreitete Deutsche Schabe (Blattella germanica [o. Blattella adolfia]). Wie alle Angehörigen dieser Familie sind die Deutschen Schaben kleinere Tiere von 11 bis 13 mm Länge. Ihr ovaler, gelbbrauner, stets vollgeflügelter Körper ist besonders durch die beiden dunklen Längsstreifen auf dem Halsschild gekennzeichnet, wodurch ein heller Mittelstreifen auffallend hervortritt. Diese vermutlich aus Afrika stammende Art kann überall auftreten, wo es ständig warm ist. Backstuben, Grossküchen, Lagerräume, aber auch Krankenhäuser gehören zu ihren bevorzugten Aufenthaltsorten. Alle in Mitteleuropa freilebenden Schaben gehören zur Unterfamilie der Ectobiinae. Einer der bekanntesten Vertreter ist die Gemeine Waldschabe, auch Tarakan genannt (Ectobius lapponicus). Ihr Verbreitungsgebiet reicht von Spanien bis Sibirien und von Italien bis zum Nordkap. Die schmutziggelblichen, 6 bis 13 mm langen, geflügelten Tierchen leben hauptsächlich an Waldrändern, in lichten Wädern oder in Nadelholzheiden. Dort halten sich die Männchen in unseren Breiten von Mai bis September besonders an Sträuchern, Farnen, Heidekraut, aber auch an Gräsern und anderen Pflanzen auf, während die Weibchen mehr am Boden zwischen Fallaub und an niedrigen Pflanzen zu finden sind. Im Gegensatz zu den meisten Schaben ist diese Art tagaktiv. Sie vermag 100 und mehr Meter in 4 bis 6 m Höhe ruhig fliegend zurückzulegen. Die Weibchen können sogar 3 cm hoch springen. Den Winter überdauern sie in unseren Breiten als Larven unter Moos, Laub usw. im Boden. (Seitenanfang) |
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Es wird angenommen, dass Kakerlaken viele Merkmale besitzen, die ein
¨ursprüngliches¨ Insekt zeigen sollte: Beissend-kauende Mundwerkzeuge,
gleichartige Laufbeine und einen kaum verstärkten Thorax, der nicht
gut für das Fliegen eingerichtet ist. Alle Schaben haben einen mehr
oder weniger abgeflachten und im Umriss ovalen Körper. Hierdurch
können sich die überwiegend nachtaktiven Tiere tagsüber
in engste dunkle Verstecke zwängen und verborgen halten. Ihre Grösse
liegt zwischen 2 mm (z.B. Attaphila fungicola) und 10 cm (z.B.
die mittelamerikanische Megaloblatta blaberoides), doch überwiegen
die mittelgrossen Formen. Manche Arten haben einen etwas höher gewölbten,
asselähnlichen und derb sklerotisierten Körper, der vor allem
bei den Weibchen oft flügellos ist. Diese können sich keilartig
auch unter Steine und zwischen harte Gegenstände schieben. Darüber
hinaus sind die ungeflügelten Weibchen vieler Arten in der Lage,
sich zu einer allseitig gepanzerten Kugel zusammenzurollen, wodurch sie
vor manchen Feinden geschützt sind (z.B. Pseudoglomeris).
Im allgemeinen weisen die Schaben eine überwiegend einförmig
bräunliche bis schwarze Färbung auf, doch gibt es mehrere Gruppen,
die sehr auffallend prächtig gefärbt sind, zum Beispiel die
südamerikanische Paratropes elegans und Eustegasta buprestoides
aus dem tropischen Afrika. Einige Arten haben in Färbung und Körpergestalt
überraschende Ähnlichkeit mit einigen Schild-, Blatt-, oder
auch Blatthornkäfern erlangt, wie Prosoplecta nigroplagiata
von den Philippinen. (Seitenanfang) |
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Bereits 10 bis 15 Tage nach der Imaginalhäutung (letzte Häutung
vor dem Endstadium) erfolgt die Paarung. Die Partner finden sich hauptsächlich
durch einen vom Weibchen ausgehenden Sexualduftstoff, der in den fettigen
Ausscheidungen der Haut enthalten ist. Der vom Weibchen ausströmende
Duft löst beim Männchen plötzlich gesteigerte Aktivität
und besonders reges Antennenspiel aus, was schliesslich zur Suche nach
der Duftquelle führt. Nach Auffinden der Partnerin betastet oder
betrillert das Männchen sie mit den Fühlern. Oft kommt es zu
regelrechtem Balzgehabe der Männchen, während sich die Weibchen
weitgehend inaktiv verhalten. Schliesslich versucht das Männchen
(z.B. bei Blatta orientalis) seinen Hinterleib von vorn so weit
unter das Weibchen zu schieben, dass seine Hinterleibsspitze unter der
weiblichen Subgenitalplatte liegt, um diesen dann plötzlich aufwärtszubiegen
und seine hakenähnlichen Parameren in der Geschlechtskammmer des
Weibchens zu verankern. Danach drehen sich die Partner so, dass sie mit
abgewandten Köpfen in einer Linie sitzen. Erst jetzt kann das Begattungsglied
eingeführt werden. Die Begattung, bei der die Spermien in einer Spermatophore
(zusammenklebende Spermakapseln) übertragen werden, dauert etwa eine
halbe Stunde oder länger. Beide Geschlechter sind zu mehreren Begattungen
fähig. (Seitenanfang) |
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Obgleich Schaben in den meisten Fällen mit gut entwickelten Flügeln
ausgestattet sind, nutzen sie ihr allerdimgs begrenztes Flugvermögen
nur selten, wohl nur, wenn es sehr heiss ist oder zum Zwecke der Verlängerung
eines Sprunges nach unten. Hierbei werden die Deckflügel unabhängig
von den flatternden Hinterflügeln deutlich bewegt. Auf diese Weise
können sie sich je nach Lage des Absprungortes viele Meter weit selbst
in gleicher Höhe halten (z.B. Ectobius lapponicus). Oft verwenden
sie aber die Flügel nur, um den Absprung sanft und sicher zu gestalten,
indem sie die Flugorgane erst kurz vor der Landung entfalten. (Seitenanfang) |
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Die Küchenschabe ist als Allesfresser nicht nur dadurch schädlich,
dass sie Nahrungsvorräte wegfrisst, sondern weil sie die Lebensmittel
auch beschmutzt und mit einem widerlichen Geruch aus ihren Wehrdrüsen
imprägniert. Es ist auch nicht in erster Linie der Frassschaden,
der durch die in Wohn- und Arbeitsr&auuml;men auftretenden Arten verursacht
wird, der uns zu ihrer Bekämpfung veranlasst, sondern die Verschmutzung
der Nahrung, Möbel und Wände durch ihren Kot oder das Hineinfallen
von Tieren in irgendwelche Speisen, ganz besonders unter der Berücksichtigung
der Tatsache, dass die Schaben Erreger gefährlicher Krankheiten (wie
z.B. Salmonellose [Typhus oder Paratyphus], Lepra, Tuberkulose, Eiterungen
und verschiedene Wurmkrankheiten) übertragen können und Zwischenwirte
vieler Parasiten sind. Z.B. leben im Darm mancher Schaben Oxyurisarten
(Eingeweidewürmer), deren Eier auch auf menschliche Nahrungsmittel
und somit auf den Menschen selbst übertragen werden können.
Empfindliche Menschen können auf die Ausscheidungen der Schaben mit
dem sogenannten "Schabenasthma" reagieren. (Seitenanfang) |
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Wir hoffen, dass Sie viel Spass mit dem Lexikon hatten und die gewünschten Informationen hier gefunden haben. Natürlich wird das Lexikon erweitert, sobald neueste Erkenntnisse über unsere kleinen Freunde vorliegen. Auch werden noch weitere Ergänzungen und Begriffserklärungen folgen. Kommentare, Anregungen, Kritik, Wünsche etc. nehmen wir wie immer gerne per e-m@il entgegen: Webmaster |
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